Kontakt

Energieeffizienzklassen

Das Energielabel eines Gefrierschranks
Das Energielabel eines Gefrierschranks.

Seit Ende 2010 gibt es für Kühl- und Gefriergeräte überarbeitete EnVKV-Vorschriften, zu denen auch die Energieeffizienzklassen gehören. Die bis dato existierenden Obergrenzen von A+ bzw. A++ haben nicht mehr ausgereicht, um eine für den Verbraucher plausible Differenzierung zu ermöglichen. Deswegen wurde die neue Bestklasse "A+++" (A Triple Plus) eingeführt.

Diese Energieeffizienzklassen lassen sich nicht statisch am Jahresenergieverbrauch fest machen. Viel mehr entspricht diese einem errechneten Wert, der den Jahresstromverbrauch in Relation zum nutzbaren Innenraumvolumen, den evtl. unterschiedlichen Temperaturbereichen im gerät und der Geräteklasse misst. So lässt sich sehr logisch erklären, warum ein kleines Gerät mit nur einer Temperaturzone eine schlechtere Einstufung bekommt als eine große Kühlgefrierkombination mit verschiedenen Temperaturzonen und -fächern, obwohl der jährliche Energiebedarf etwa identisch ist. Entscheidend kann hier schon sein, ob ein Kühlschrank mit einem (*/***)-Gefrierfach ausgestattet ist oder nicht - dem Gerät mit einem solchen Fach wird ein höherer Verbrauch eingeräumt als dem Modell ohne.

Das schlechteste Nutzen-Verbrauchs-Verhältnis wird bei Geräten mit der Klasse D gemessen, die Bestwerte hingegen werden in der Klasse A+++ erreicht. Ein Vergleich zeigt, wie drastisch die Unterschiede zwischen den Klassen sind: ein Gerät der Klasse A++ verbraucht im Vergleich zu einem in der Ausstattung ähnlichen Gerät der Klasse A etwa 45 % weniger Energie. Bei der neuen Klasse A+++ sind es sogar bis zu 60 %.

Ermittlung der Energieeffizienzklasse (EEK)

Um die verschiedenen Modelle vergleichbar zu machen, berücksichtigt man die verschiedenen Ausstattungsmerkmale der Geräte. Jedem Zusatzmodul wurde dabei ein Korrekturfaktor zugewiesen, der den entsprechenden Energieverbrauch berücksichtigt. Der Nutzinhalt jeder einzelnen Temperaturzone wird mit diesem Faktor multipliziert, und die Ergebnisse dann addiert. Die Summe ergibt dann das "korrigierte Nutzvolumen" des Gerätes.

Fächertyp
Faktor
Kellerfach 0,75
Kühlfach 1,00
Frischlagerfach nahe 0 °C 1,25
1-Sternefach 1,55
2-Sternefach 1,85
3- oder 4-Sternefach 2,15
No-Frost-Gefrierfach 2,58

Aus dem korrigierte Nutzvolumen wird ein Soll-Jahresverbrauch errechnet. Dieser gibt den Verbrauch eines durchschnittlichen Gerätes in Abhängigkeit von seiner Größe und der Geräteklasse an. Setzt man diesen Durchschnittswert ins Verhältnis zum tatsächlichen Stromverbrauch des Gerätes, so erhält man schließlich den klassenbestimmenden Wert, den so genannten Energieeffizienzindex "I". Der Energieeffizienzindex bestimmt schließlich die Zuordnung eines Gerätes zu einer Energieeffizienzklasse.

Mit A+++ werden die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte gekennzeichnet. Dabei verbrauchen zum Beispiel Kühlgeräte oder Kühl-Gefrierkombinationen der Klasse A+ etwa ein Viertel weniger Energie als vergleichbare Modelle, die die Kriterien der Klasse A erreichen.

Einstufung
EEK Energieeffizienzindex "I"
niedriger Verbrauch A+++ < 22 %
A++ < 33 %
A+ < 44 %
hoher Verbrauch A < 55 %
B < 75 %
C < 95 %
D mehr als 95 %

Beispiel zur Wirtschaftlichkeit

Eine Kühl-Gefrier-Kombination mit einem Kühlteil von 220 Liter und einem 4-Sternefach von 70 Liter ergibt sich für das korrigierte Nutzvolumen Volumen also folgende Rechnung:

(220 Liter x 1,00) + (70 Liter x 2,15) = 370,5 Liter.

Als Soll-Jahresverbrauch für diese Geräteklasse legt die EU einen Wert von von 610 kWh fest. Nimmt man an, dass das Beispielgerät einen tatsächlichen jährlichen Stromverbrauch von 320 kWh hat, so ergibt sich als Berechnung:

320 : 610 = 0,524 bzw. 52,4%

Der klassenbestimmender Indexwert läge als bei 52,4 % im Vergleich zum Durchschnittsmodell. Sortiert man diesen Wert in die Tabelle ein, ergibt sich eine Einstufung in die Energieeffizienzklasse A.

Vergessen Sie dabei aber nicht, dass diese Werte im Alltag nur schwer zu erreichen sind, da die Bemessung unter Laborbedingungen und ohne äußere Einflüsse stattfindet. In der Realität werden die Werte also immer etwas oberhalb der Herstellerangaben liegen.


HINWEIS: Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist die ieQ-systems GmbH & Co. KG
Weihnachten 2016
Close Button